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Enzyme für die Molekularbiologie

Klonierung und DNA-Rekombination

Technologien zur Klonierung und DNA-Rekombination konnten bereits zu vielen Erkenntnissen über die Funktionsweise von Genen und Zellen bei Gesundheit und Krankheit beitragen. Dank moderner Klonierungstechnologien und -applikationen stehen heute weitere innovative Anwendungen wie die Hochdurchsatz-Assemblierung von kombinatorische Bibliotheken und die Kartierung epigenetischer Modifikationen zur Verfügung.

Eine Endmodifikation kann erforderlich sein, damit die Template-DNA in einen geeigneten Plasmidvektor kloniert werden kann. Die für die Klonierung identifizierte DNA wird in der Regel durch Verdau mit Restriktionsenzymen oder PCR-Amplifikation aus der Quelle isoliert. Spezialisierte Enzyme wie das Klenow-Fragment, die T4-DNA-Polymerase und die T4-Polynukleotidkinase modifizieren 3’- oder 5’-Enden, um die kovalente Bindung zwischen DNA-Fragmenten und Vektor zu verbessern.

Der nächste Klonierungsschritt ist die Ligation mit einem Enzym, das sich für das Annealing der Enden von Vektor und Insert eignet.

Tailing erfolgt in der Regel zur Vorbereitung eines T-Vektors für die Verwendung in der TA-Klonierung oder für die Polyadenylierung bei einem durch eine High-Fidelity-Polymerase (nicht Taq) erzeugten PCR-Produkt, das in der TA-Klonierung verwendet werden soll. Die Produkte der Amplifikation mittels Taq-DNA-Polymerase weisen bereits einen Poly(A)-Schwanz auf.

Enzym Endmodifikation

Endfüllung 5’→3’ Endfüllung 3’→5’  Polyadenylierung für die Klonierung Phosphorylierung am 5’-Ende

P7060L Klenow Fragment
Demnächst verfügbar

✔ Ja ✔ Ja ✘ Nein ✘ Nein

P7080L T4 DNA-Polymerase*

✔ Ja ✔ Ja ✘ Nein ✘ Nein

P7010 Klenow (3’→5’-Exo-)

✘ Nein ✘ Nein ✔ Ja ✘ Nein

Y9040L T4 Polynukleotid-Kinase

✘ Nein ✘ Nein ✘ Nein ✔ Ja

Y9140† Endreparatur-Mix

✔ Ja ✔ Ja ✘ Nein ✔ Ja
null

DNA-Ligasen agieren an:

  • einem 5’-Monophosphat zur Adenylierung am Donorende
  • einer 3’-Hydroxylgruppe am Akzeptorende
null

DNA-Ligasen verbinden:

  • stumpfe (blunt) Enden mit stumpfen Enden
  • kohäsive (sticky) Enden mit anderen kohäsiven Enden
Enzym Ligation

Ligation von kohäsiven Enden Ligation von stumpfen Enden Nick-Versiegelung

L6090L E. coli DNA-Ligase
Demnächst verfügbar

✔ Ja ✘ Nein ✔ Ja

L6010L T3 DNA-Ligase
Demnächst verfügbar

✔ Ja A/T > G/C [1,0 M NaCl] ✔ Ja ✔ Ja

L6030 T4 DNA-Ligase
Demnächst verfügbar

✔ Ja ✔ Ja ✔ Ja
EN11 T4 DNA Ligase
BLIRT
✔ Ja ✔ Ja ✔ Ja

L6020L T7 DNA Ligase
Demnächst verfügbar

✔ Ja ✘ Nein ✔ Ja
EN13 Tth DNA Ligase* ✔ Ja ✘ Nein ✔ Ja

L6060L Taq DNA Ligase
Demnächst verfügbar

✘ Nein ✘ Nein ✔ Ja

Die sequenz- und ligationsunabhängige Klonierung (SLIC) nutzt die Exonuklease-Enzymaktivität:

Amplifizieren
Amplifizieren

Amplifizieren Sie für den ersten Schritt der sequenz- und ligationsunabhängigen Klonierung das Insert und den Vektor mit Primern, die komplementäre 5’-Überhänge enthalten.

Behandeln
Behandeln

Behandeln Sie den Vektor und die als Inserts vorgesehenen PCR-Produkte kurz mit T4-DNA-Polymerase. Die 3’→5’-Exonuklease-Aktivität generiert einen höheren Anteil an zurückgesetzten Enden.

Mischen
Mischen

Mischen Sie die Produkte. Die Überhänge (analog zu kürzeren “kohäsiven Enden” von Restriktionsenzymen) lagern sich aneinander und werden nach der Transformation in E. coli in vivo verbunden.

Eine für Next Generation Sequencing vorgesehene Bibliothek geht von fragmentierter DNA aus. Enzymaktivitäten vervollständigen die Klonierungsschritte.

Alle erforderlichen Enzymkomponenten für die DNA-Bibliothekserstellung können mit Adaptern zu einem „selbstgemachten“ Bibliothekserstellungs-Kit zusammengestellt werden.

Die Gensynthese basiert auf der Verbindung von Oligodesoxynukleotiden, die lange Regionen komplementärer Überhänge aufweisen.

T4 Polynucleotide Kinase
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T7 DNA Ligase
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Taq DNA Ligase
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Was ist das Klenow-Fragment und wofür wird es verwendet?

Die 5'→3'-Exonuklease-Aktivität der DNA-Polymerase I von E. coli macht sie für viele Anwendungen ungeeignet. Dem Klenow-Fragment, der großen Domäne, welche die 5'→3'-Polymerase und 3'→5'-Proofreading-Exonuklease enthält, fehlt diese Aktivität. Dadurch eignet es sich für viele nützliche Forschungsapplikationen wie die Synthese doppelsträngiger DNA aus einzelsträngigen Templates, das Auffüllen zurückgesetzter 3'-Enden von DNA-Fragmenten, um 5'-Überhänge stumpf zu machen, den Verdau vorstehender 3'-Überhänge und die Vorbereitung markierter DNA-Sonden. 

So wie die 5'→3'-Exonuklease-Aktivität der DNA-Polymerase I von E. coli unerwünscht sein kann, ist bei bestimmten Applikationen auch die 3'→5'-Exonuklease-Aktivität des Klenow-Fragments unerwünscht. Dieses Problem lässt sich lösen, indem Mutationen eingebracht werden, um ein Klenow-Fragment(3'→5'-Exo)-Enzym zu erhalten, das die 5'→3'-Polymerase-Aktivität aufweist, dem aber die Exonuklease-Aktivität fehlt. Das Klenow-Fragment (3'→5'-Exo-) wird bei einigen Fluoreszenzmarkierungsreaktionen für Mikroarrays und beim Anhängen von dA- und dT-Schwänzen verwendet, einem wichtigen Schritt im Prozess der Ligation von DNA-Adaptern an DNA-Fragmente, welcher häufig bei der Vorbereitung von DNA-Bibliotheken für das Next Generation Sequencing angewandt wird.

Welche Funktion hat die T4-DNA-Polymerase in der Molekularbiologie?

Die DNA-Polymerase des T4-Phagen ist ein Mitglied der Polymerase-Familie A, zu welcher auch die DNA-Polymerase I von E. coli, die Taq-DNA-Polymerase und die mitochondriale DNA-Polymerase gehören. Die T4-DNA-Polymerase kann eingesetzt werden, um 5’-Überhänge effektiv mit markierten oder unmarkierten dNTPs zu füllen oder um bei DNA-Molekülen mit 3'-Überhängen stumpfe Enden zu erzeugen. Die T4-DNA-Polymerase ist abhängig vom Template, erfordert einen Primer und hat keine 5’→3’-Exonuklease-Funktion. Die T4-DNA-Polymerase kann unabhängig von der Ligation bei der Klonierung von PCR-Produkten eingesetzt werden. 

Die ligationsunabhängige Klonierung (Ligation Independent Cloning, LIC) ist eine Alternativtechnik zur Klonierung mit Enzym/Ligase. Die Inserts werden durch PCR amplifiziert und die Vektoren entweder durch Restriktionsenzymverdau oder PCR linearisiert. LIC nutzt die 3’→5’-Exonuklease-Aktivität der T4-DNA-Polymerase zur Erstellung von Überhängen mit Komplementarität zwischen Vektor und Insert. Bei der einschrittigen SLIC (sequenz- und ligationsunabhängige Klonierung) werden der linearisierte Vektor und die durch PCR amplifizierten Inserts in einem Röhrchen gemischt und mit T4-DNA-Polymerase behandelt. Die Reaktion wird durch Inkubation der Mischung auf Eis gestoppt und die Lücken und Überhänge werden repariert, nachdem die Mischung in kompetente E. coli-Zellen eingebracht wurde.

Warum ist die T4-DNA-Ligase die am häufigsten verwendete Ligase?

Die T4-DNA-Ligase ist die in der Forschung am häufigsten verwendete und vielseitigste Ligase, da das Enzym in der Lage ist, entweder kohäsive oder stumpfe Enden von DNA und Oligonukleotiden zu ligieren. Die T4-DNA-Ligase kann Einzelstrang-Nicks in doppelsträngiger DNA reparieren, ligiert aber keine einzelsträngigen Nukleinsäuren. Die T4-DNA-Ligase verbindet RNA-Moleküle, wenn sie in einem RNA:DNA-Hybrid vorliegen. Die Ligation kohäsiver DNA-Enden mittels T4-DNA-Ligase kann bei 12–16 °C ausgeführt werden, um eine gute Balance zwischen Enzymaktivität und Stabilität der aneinander gelagerten DNA-Überhänge zu erreichen. Die T4-DNA-Ligase kann durch 10-minütige Inkubation bei 65 °C hitzeinaktiviert werden.

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